Schutzgebietsverordnung für das Aller-Leine-Tal in Vorbereitung


Darum geht es:

Beiderseits der Aller sollen die FFH- und Vogelschutzgebiete sowie weitere Flächen durch eine Verordnung vom Landkreis Heidekreis geschützt werden. Die genaue Größe und Abgrenzung steht noch nicht fest. Grundlage ist eine Vorgabe der EU die bereits als FFH- und Vogelschutzgebiete ausgewiesenen Flächen zu sichern. Das bedeutet, dass diese Gebiete als Landschaftsschutzgebiete (LSG) oder Naturschutzgebiete (NSG) auszuweisen sind.

 

Derzeit arbeiten sechs Facharbeitskreise, besetzt mit Fachleuten und Personen aus den drei Samtgemeinden Ahlden, Schwarmstedt und Rethem daran einen Entwurf für diese Schutzgebietsverordnung zu erstellen. Diese Arbeitskreise beraten über den konkreten Flächenzuschnitt sowie über die Inhalte der Verordnung und die Aufteilung zwischen LSG und NSG Zu diesem Entwurf können im Anschluss im öffentlichen Beteiligungsverfahren, voraussichtlich im Sommer 2017, alle Organisationen, Kommunen und jeder Bürger Anregungen und Bedenken beim Landkreis einreichen. Vorgesehen ist, dass der Kreistag im September über die Schutzgebietsverordnung beschließen soll und diese dann 2018 in Kraft tritt.

 

Aktueller Stand / Wo bekomme ich weitere Informationen?

Das Gebiet um das es sich handelt, kann auf einer Karte auf der Internetseite des Landkreises eingesehen werden. Auf dieser Seite können auch die Protokolle zu den bisher stattgefundenen Sitzungen der Facharbeitskreise eingesehen werden.

 
Hier kommen Sie zum Heidekreis
 

Die Größe der aktuell als FFH- und Vogelschutzgebiete in dem betroffenen Bereich ausgewiesenen Flächen beträgt 5.212 ha. Dieses ist die Mindestgröße die vom Landkreis aufgrund der EU-Anforderung zwingend auszuweisen ist. Aktuell hat der Landkreis mit rd. 7.200 ha eine deutlich größere Fläche als schützenswert vorgelegt. Diese Flächen sind in der Karte innerhalb des roten Randes grau hinterlegt. Der Wunsch der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) ist, dass davon ein möglichst großerTeil als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird. Der Vorschlag der UNB reicht in der Samtgemeinde Rethem äußerst nah an fast alle Orte heran. Ausgenommen davon sind nur Rethem Moor und Stöcken. Dieses ist von Bedeutung, da Einwirkungen von außen in ein Naturschutzgebiet verboten sind. Die Natur in diesem Gebiet hat absoluten Vorrang! Es ist z. B. ein max. Lärmpegel von 55 dB vorgegeben der in das Gebiet hineinwirken darf. Besonders stark betroffen sind die Gemeinden Böhme mit insgesamt rd. 1.000 ha und die Gemeinde Häuslingen mit rd. 960 ha (Fläche die derzeit noch grau hinterlegt ist).

 

Welche Auswirkungen hat eine Unterschutzstellung (keine vollständige Aufzählung)?

  1. Die Natur hat in dem geschützten Gebiet Vorrang vor allen anderen Entwicklungen. Sie soll sich ungestört entfalten können und wird durch die UNB „entwickelt“.
  2. Die Landwirte dürfen die unter Schutz stehenden Flächen nur noch eingeschränkt und extensiv bewirtschaften. Die in diesem Zusammenhang stehenden Fragen werden im Facharbeitskreis Landwirtschaft erörtert.
  3. Für Naturschutzgebiete gilt ein generelles Betretungsverbot – dieses gilt auch für alle Wege mit Ausnahme der Wege die ausdrücklich freigestellt werden.
  4. Für Hunde gilt eine ganzjährige Anleinpflicht und die Pflicht sich nur auf den frei gegebenen Wegen zu bewegen
  5. Es gilt ein grundsätzliches Badeverbot für die Aller und alle Stillgewässer. Für den Rethemer Fährsee und den Bierder See, die beide innerhalb des Schutzgebietes liegen, wird die Samtgemeinde eine Freistellung beantragen. Diese soll in der Verordnung aufgenommen werden. Für weitere Badestellen, z. B. an der Aller, können ebenfalls Freistellungen beantragt werden.
  6. Das Schlittschuhlaufen im Schutzgebiet ist verboten. Freistellungen können im Vorfeld beantragt werden.
  7. Osterfeuer im Schutzgebiet sind verboten.
  8. Es soll ein Überflugverbot für das Gebiet bis zu einer Höhe von 150 Metern gelten, auch für Drohnen.
  9. Lärm mit mehr als 55 dB darf nicht in das Schutzgebiet einwirken. Für Orte die zwar außerhalb des Schutzgebietes liegen aber direkt daran angrenzen, wurde vom Ersten Kreisrat zugesagt, dass es in der Verordnung eine Freistellung für „alle siedlungstypischen Aktivitäten“ geben soll. Damit werden auch zukünftig Schützenfestumzüge, das Grillen auf der Terrasse, private Feiern in eigenen Räumen, das übliche Feuerwerk zu Silvester, das Arbeiten in bestehenden Werkstätten und Firmen sowie das Läuten der Kirchenglocken genehmigungsfrei möglich sein.
  10. Für bestehende Veranstaltungen wie z. B. die Bierder Holztage, oder die Open-Air-Veranstaltungen und das Silvesterfeuerwerk am Burghof wurde zugesagt, dass diese über eine Freistellung (muss beantragt werden) weiterhin erlaubt sein sollen.
  11. Für die touristische Nutzung (Radwege, Wandern, bestehende Rastplätze) bereitet der Zweckverband Aller-Leine-Tal einen Antrag auf Freistellung vor.
  12. Vom Ersten Kreisrat wurde zugesagt, dass es in der Schutzgebietsverordnung eine Regelung geben soll, die dem Eigentümer auch zukünftig genehmigungsfrei die Möglichkeit bietet „Einzelbäume außerhalb der Brut- und Setzzeiten im Rahmen einer üblichen und fachlichen Bewirtschaftung“ zu entnehmen.

 

Was kann ich zum jetzigen Zeitpunkt tun?

Sofern Sie persönlich betroffen sind oder wenn Sie sich über den Sachstand informieren möchten, nutzen Sie das Angebot des Landkreises die Karte einzusehen und die bisherigen Protokolle zu lesen.

 

Wenn Sie Anregungen oder Anträge auf Freistellungen haben, senden Sie diese bitte direkt an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, an Herrn Marcus Heine. Seine eMail-Adresse lautet: m.heine@heidekreis.de Die Samtgemeinde Rethem beabsichtigt ebenfalls, eine eigene, vom Rat in öffentlicher Sitzung zu beschließende Stellungnahme abzugeben. Dazu ist es sinnvoll und hilfreich, wenn Sie uns Ihre Mitteilung an den Landkreis im „CC“ zur Kenntnisnahme übermitteln. Der Rat kann dann auch Ihre Punkte beraten und zur Unterstützung Ihres Antrages an die UNB in die kommunale Stellungnahme mit aufnehmen. Nutzen Sie dazu bitte folgende eMail-Adresse: schulze-petra@rethem.de

 

Bitte informieren Sie sich und bringen sich aktiv in dieses vom Landkreis sehr transparent gestaltete Verfahren ein! Es geht darum, dass die berechtigten Vorstellungen zum Naturschutz mit den Interessen der in unserer Jahrhundertealten Kulturlandschaft  lebenden Menschen in Einklang gebracht werden sollen. Bitte teilen Sie der UNB und uns Ihre Anregungen, Bedenken und Wünsche mit.