Dorfregion vonBierde bis Wittlohe

Startschuss für die Dorfentwicklung in der Dorfregion von Bierde bis Wittlohe: Zahlreiche Interessierte informieren sich in der Dorfgemeinschaftsanlage Böhme


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Mehr als 80 interessierte Einwohnerinnen und Einwohner aus den Orten Bierde und Böhme, Alten- und Kirchwahlingen, Klein und Groß Häuslingen sowie Otersen und Wittlohe sind am Montagabend, den 20. November der Einladung zur Auftaktveranstaltung für die Dorfentwicklung in der Dorfregion gefolgt und haben sich in der Dorfgemeinschaftsanlage Böhme über den Beteiligungsprozess zur Erstellung eines Dorfentwicklungsplans informiert.

Im Frühjahr 2017 wurde die Dorfregion von Bierde bis Wittlohe in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen. Die Inhalte für den Antrag zur Aufnahme in das Programm wurden von den Akteuren aus der Dorfregion in einer Zukunftskonferenz im Mai 2016 erarbeitet. "Wir freuen uns, dass es nun endlich los geht und zahlreiche Interessierte im Prozess zur Erstellung des Dorfentwicklungsplans dabei sein wollen", begrüße Gert Jastremski, Bürgermeister der Gemeinde Böhme, die Teilnehmenden.

Zu Beginn der Veranstaltung ging Siegfried Dierken vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg, Geschäftsstelle Verden, auf die Entwicklungs- und Finanzierungsmöglichkeiten der Dorfentwicklung ein. Anschließend gaben Jeanett Kirsch vom Planungsbüro KoRiS – Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung und Karin Bukies vom Planungsbüro Stadtlandschaft, beide aus Hannover, einen Überblick über den Beteiligungsprozess zur Erstellung des Dorfentwicklungsplans.

Im kommenden Jahr erhalten interessierte Einwohnerinnen und Einwohner sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, (Land-)Wirtschaft, Soziales sowie Vereinen und Verbänden im Rahmen von Arbeitsgruppentreffen und weiteren Veranstaltungen die Gelegenheit, ihre Ideen und Projektvorschläge in den Dorfentwicklungsplan einzubringen. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere gemeinschaftliche Projekte, die der Entwicklung in der gesamten Dorfregion zugutekommen. Für die Umsetzung von Projekten stehen sowohl öffentlichen als auch privaten Projektträgern attraktive Fördermöglichkeiten im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms zur Verfügung. Für öffentliche Vorhaben sowie für Projekte, bei denen z.B. ein Verein Projektträger ist, sei im günstigsten Fall eine finanzielle Unterstützung von bis zu 73 Prozent der Bruttosumme möglich, so Dierken vom ArL.

Zunächst ist es vorgesehen, im Beteiligungsprozess das Leitbild mit Handlungsfeldern und Zielen für die Dorfentwicklung zu erarbeiten, um auf dieser Basis Projektvorschläge konkretisieren zu können. Der Dorfentwicklungsplan mit Leitbild, Handlungsfeldern, Zielen und Projekten bildet schließlich die Grundlage für die spätere Umsetzung von Projekten. Dementsprechend nutzten die Teilnehmenden die Veranstaltung, um sich mit ihren Nachbarn, Freunden, Bekannten und weiteren interessierten Akteuren intensiv zu Stärken, Schwächen, Leitbild und Projektideen auszutauschen. Dabei nahmen sie die einzelnen Ortschaften sowie die gesamte Dorfregion in vier verschiedenen Themenfeldern in den Blick: Ortsbild und Wohnen, Versorgen, Landschafts- und Erholungsraum sowie Zusammenleben in der Dorfregion.



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Ergebnis des Abends sind eine Reihe von Handlungsansätzen, die es zukünftig gemeinsam weiterzuentwickeln gilt. Fast alle Ortschaften möchten im Zuge der Dorfentwicklung die Schaffung neuer Treffpunkte und Versorgungseinrichtungen unterstützen, um den lebendigen Austausch und das Miteinander aller Generationen zu fördern. Wichtige Themen sind auch die Verkehrsanbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, attraktive Radwege sowie die Breitband- und Mobilfunkversorgung. Einig sind sich die Akteure auch darin, dass die Dorfregion mit ihren

 historischen Ortskernen und der vielfältigen Landschaft über gute Voraussetzungen verfügt, sich zueinem attraktiven Ziel für den sanften Tourismus zu entwickeln. Gleichzeitig gilt es aber auch das Freizeitangebot für die Einheimischen und die lebendige Vereinskultur weiter zu stärken. Als wichtige Zielgruppe für die Dorfentwicklung sollen auch Jugendliche in den Prozess miteingebunden werden, z.B. durch einen extra für sie entworfenen Fragebogen oder die Einrichtung eines regionsweiten Jugendforums.


Für den weiteren Austausch zu Projekten werden nun Dorf- und Themenarbeitsgruppen gegründet, die sich voraussichtlich im Januar und Februar zum ersten Mal treffen werden. Die genauen Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Wer Interesse an der Mitarbeit in einer Dorf- oder Themenarbeitsgruppe oder auch allgemeine Fragen zur Dorfentwicklungsplanung hat, kann sich gerne telefonisch oder per E-Mail an Jeanett Kirsch vom Planungsbüro KoRiS wenden (0511/590974-30 oder kirsch@koris-hannover.de).