Rettungszentrum Rethem (Aller) - "Zentrum für Sicherheit"

Rettungszentrum Rethem

 

Im Jahr 2002 wurden erstmals Überlegungen angestellt, anstelle einer um­fangrei­chen Sanierung des maroden und nicht mehr den Anforderungen genügen­den Feuerwehrgerätehauses der Ortswehr Rethem (Aller) in der Hainholzstraße ein neues Gerätehaus zu bauen.

 

Aufgrund bekannter räumlicher Probleme auch anderer in Rethem (Aller) vertretenen Ordnungs- und Rettungskräfte wurde von der Verwaltung vorgeschlagen, diese in einem neuen Gebäude zusammenzuführen, um auf diese Weise Synergieeffekte nutzen zu können. Der Rat der Samtgemeinde Rethem (Aller) hat daraufhin am 14.10.2002 mehrheitlich den für die weiteren Planungen richtungweisenden Grundsatz­beschluss für das Projekt „Rettungszentrum“ gefasst.

 

Von Beginn an waren Vertreterinnen und Vertreter der heutigen Nutzer von Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Landespolizei Niedersachsen und der Freiwilligen Feuerwehr eingebunden. Als idealer Standort für das gemeinsame „Zentrum für Sicherheit“ kam nach eingehenden Überlegungen nur ein zentral gelegener Ort  in Frage. Im Ergebnis einigten sich die Beteiligten schnell auf den heutigen Standort auf der sog. Scheibenwiese, einem unmittelbar in der Stadtmitte gelegenen Platz.

 

Aus den ersten Entwürfen, die aus der Feder des mit der Dorferneuerung beauftrag­ten Dr.-Ing. Harald Meyer, Stadtlandschaft, Planungs­gruppe für Architektur, Städte­bau und Landschafts­planung Hannover, stammen, hat sich im Verlauf der Planungs­phase das heutige Rettungs­zentrum entwickelt. Der Realisierungs­beschluss für den Bau des Rettungszentrums wurde durch den Rat der Samtgemeinde Rethem (Aller) am 01.11.2004 gefasst.

 

Mit den Bauarbeiten wurde am 12.07.2005 begonnen, nachdem der Landkreis Soltau-Fallingbostel (ab 01.08.2011: Landkreis Heidekreis) als zuständige Baugenehmigungs­behörde bereits am 14.04.2005 eine Teilbau­genehmigung und schließlich am 19.07.2005 die Baugenehmigung erteilt hatte.

 

In mehreren förmlichen Verfahren vorgebrachte Bedenken einzelner Nachbarn ge­gen die erteilte Baugenehmigung führten dazu, dass die Samtgemeinde am 22.09.2005 die Bauarbeiten auf eigene Veranlassung hin im Interesse der Sache freiwillig eingestellt hat. Nach dem Abschluss des gerichtlichen Eilverfahrens und der Rücknahme der Rechtsbehelfe wurden die Arbeiten mit nunmehr bestandskräftiger Baugenehmigung im Sommer 2006 wieder aufgenommen.

 

Zusammen mit den künftigen Nutzern konnte die Samtgemeinde Rethem (Aller) als Bauherrin beim Richtfest am 08.08.2006 den Richtspruch der Zimmerleute entgegen­nehmen. In Gegenwart der aus diesem Anlass zahlreich erschienenen Gäste konnte an­schließend bei strahlendem Sonnenschein auf den Projektfortschritt angestoßen werden.

 

Der Neubau wurde mit Bewilligungsbescheid der Behörde für Geoinformation, Land­entwicklung und Liegenschaften Verden, Amt für Landentwicklung Verden, gefördert durch Zuwendungen des Landes Niedersachsen zur Förderung der Dorf­erneuerung, des Ortsbildes und des ländlichen Kulturerbes in Höhe von 50.000,00 €. Der Bewilli­gungsbescheid wurde beim Richtfest persönlich durch den zuständigen Dezernats­leiter Bernd Neumann, GLL Verden, überreicht.

 

Der ursprünglich kalkulierte Kostenrahmen für das ehrgeizige Projekt in Höhe von 1,25 Mio. € kann im Ergebnis voraussichtlich eingehalten werden. Zudem muss  der da­für im Haushalt in gleicher Höhe bereitgestellte Haushaltsansatz nicht in voller Höhe in Anspruch genommen werden, da Leistungen in Höhe von rund 200.000 € ehren­amtlich erbracht wurden. Dies ist den vielen aktiven Helferinnen und Helfern - insbesondere aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr - zu verdanken, die mit ihrem enormen persönlichen Engage­ment und ihrer Einsatzbereitschaft ihre Ver­bundenheit zu Ihrer Heimat durch diese Unterstüt­zung ausgedrückt haben.

 

Neben der Ortswehr Rethem (Aller) als Stütz­punktwehr der Freiwilligen Feuerwehr in der Samt­gemeinde Rethem (Aller) haben die Polizeistation Rethem (Aller) und die Rettungswache der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. die neu geschaffenen Räumlichkeiten am 01.04.2007 als Mieter in Betrieb genommen. Mit dem Neubau konnten zeitge­mäße und funktionelle Einsatzräume nach den individuellen Bedürfnissen der ver­schiedenen Bereiche geschaffen werden.  Die Fahrzeughallen bestehen aus sepa­raten Stahlhallen. Die Sozial­räume wurden massiv angebaut. 

 

Das Vorhaben hat eine besondere Be­deutung für den hiesigen länd­lichen Raum. Das Rettungszentrum soll dem gesamt­gesellschaftlichen Anliegen der Gewähr­leistung der inneren Sicherheit an einem gemeinsamen Standort ge­recht werden, indem die Zusamme­nar­beit weiter gestärkt wird. Die hoheitlich tätig werdenden Einsatzkräfte sind zum Wohle der Allgemein­­heit unter einem Dach vereinigt.

 

Die offizielle Eröffnungsveranstaltung fand am 24.06.2007 statt. Eingebettet in einen Tag der offenen Tür mit einem interessanten und ab­wechslungs­reichen Rahmenprogramm nutzten rund 2.000 Gäste während des ganzen Tages die Gelegenheit, sich an dem neuen Standort über die Arbeit der Einsatzkräfte zu infor­mieren. Der Festredner Uwe Schüne­mann, Nieder­sächsischer Minister für Inneres und Sport, lobte neben Idee und  Durchführung ganz besonders das ehren­amt­liche Engagement der Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. „Rethem schreibt Geschichte“, so der Minister, der weiter hervorhob, dass an diesem besonderen Standort das gut funktionierende Zusammen­­spiel ehren­amtlicher und hauptamtlicher Kräfte vorgelebt werde. Daneben nahm Samtgemeinde­bürger­­meister Cort-Brün Voige vor einigen hundert Gästen des Fest­aktes dankend die Grußworte von Bernd Beitzel (Behörde für Geoinformation, Land­entwicklung und Liegenschaften Verden), Landrat Manfred Ostermann (Landkreis Heidekreis), Eckhart Pfeiffer (Polizei­inspektion Soltau-Fallingbostel), Uwe Beyes (Re­gionalvorstand Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.) sowie Georg Mahler (Gemeindebrandmeister) entgegen.

 

Musikalisch wurde der Tag durch ein Platzkonzert des Polizeimusikkorps Niedersachsen gekrönt, das mit seinem Programm die Zuhörerinnen und Zuhörer  begeister­te. Gurtschlitten der Polizei für Erwachsene und für Kinder führten eindrucksvoll vor Augen, wie wichtig das Anlegen von Sicherheitsgurten im Straßen­verkehr ist. Die Vorführungen der Hundestaffel und des berittenen Sanitäts­dienstes der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. waren ebenso beliebt, wie die Fahrzeugschau mit Sonder­fahrzeugen der Rettungskräfte. Besonders groß war das Interesse zudem an den Führungen durch das Rettungs­zentrum, die von der Frei­willigen Feuerwehr angeboten wurden. „Ein absolut gelunge­ner Tag!“ war als Fazit vieler Gäste zu hören.

 

Anfang 2008 zog die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) als weiterer Partner in das Rettungszentrum ein. Für die Einsatzfahrzeuge, die bisher provisorisch privat untergestellt waren, steht nun ein eigener Stellplatz in der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung. Die Bezeichnung des Rettungszentrums als „Zentrum für Sicherheit“ hat hierdurch eine weitere Aufwertung erfahren.